Hämorrhoidalleiden (9 Produkte)
Was sind Hämorrhoiden
Wenn umgangssprachlich von Hämorrhoiden gesprochen wird, sind damit meist vergrößerte Hämorrhoiden gemeint. Hämorrhoiden gehören zu einem gesunden Körper dazu: Es sind Schwellkörper am Ende des Enddarms in der Nähe des Afters, die zusammen mit den inneren und äußeren Schließmuskeln den Darm abdichten. Dadurch können wir die Entleerung des Darms selbst steuern. Durch zahlreiche Venen und Arterien werden die Hämorrhoiden gut durchblutet. Wenn das Blut sich jedoch in den Hämorrhoiden anstaut und das Abfließen gestört ist, spricht man von Hämorrhoidalleiden und die Hämorrhoiden vergrößern sich durch das angestaute Blut. Das kann verschiedene Symptome hervorrufen:
- Juckreiz
- Brennen
- Nässen
- Blutungen
- Schmerzen
- Fremdkörper-Gefühl
Hämorrhoiden: Behandlung
Die Art der Behandlung hängt von dem Schweregrad der Erkrankung ab. Das Hämorrhoidalleiden wird dabei in vier verschiedene Schweregrade unterteilt:
- Schweregrad: Die Hämorrhoiden sind etwas vergrößert, aber noch nicht von außen sichtbar oder tastbar. Nur bei einer Analkanal-Spiegelung kann man sie feststellen.
- Schweregrad: Beim 2. Schweregrad sind die Hämorrhoiden stärker vergrößert, sodass sie sich bei verschiedenen Bewegungen aus dem After wölben können. Gleichzeitig können sie sich auch wieder ins Innere des Enddarms zurückziehen.
- Schweregrad: Die Hämorrhoiden sind deutlich vergrößert und treten bei pressenden Bewegungen aus dem After heraus. In diesem Grad ziehen sie sich nicht von selbst wieder zurück, können jedoch mit dem Finger wieder zurückgeschoben werden.
- Schweregrad: Die Hämorrhoiden sind so stark vergrößert, dass sie dauerhaft aus dem After heraustreten und auch meist nicht mehr zurückschiebbar sind. Oft kann bei diesem Schweregrad auch etwas Anal-Schleimhaut (Anal-Prolaps) herausragen.
Bei dem 3. und 4. Schweregrad spricht man teilweise von äußeren Hämorrhoiden, da diese aus dem After hervortreten. Die Unterscheidung zwischen inneren und äußeren Hämorrhoiden ist heute jedoch nicht mehr üblich. Denn heutzutage meint man unter äußeren Hämorrhoiden häufig Analvenenthrombosen, die am Außenrand des Afters entstehen und aus dem After heraustreten.
Wenn Sie die Vermutung haben, dass Sie unter vergrößerten Hämorrhoiden leiden, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt aufsuchen. Dieser wird eine ärztliche Untersuchung durchführen, um eine entsprechende Diagnose stellen zu können.
Um einige Symptome des Hämorrhoidalleidens zu behandeln, gibt es verschiedene Präparate, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können:
- Hämorrhoiden Zäpfchen oder Hämorrhoidensalben: Hämorrhoiden können sowohl mit Zäpfchen als auch mit Salben gegen Hämorrhoiden behandelt werden. Dabei gibt es einige, die auf pflanzlicher Basis mit Wirkstoffen wie Hamamelis. Juckreiz, Reizungen und Schmerzen im Analbereich lindern.
- Kortisonsalben: Auch kortisonhaltige Wirkstoffe können bei der Hämorrhoiden-Behandlung eingesetzt werden. Sie wirken entzündungshemmend und können dadurch die Symptome lindern. Die verschreibungspflichtigen, kortisonhaltigen Mittel können nur kurzfristig und nach ärztlicher Verordnung verwendet werden.
- Lokal-Anästhetika: Diese Mittel zur lokalen Betäubung nur zur kurzzeitigen Anwendung gedacht und können kurzfristig den lästigen Juckreiz und die Schmerzen lindern.
- Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Es gibt einige Hausmittel, die bei Hämorrhoidalbeschwerden traditionell verwendet werden. Dafür eignen sich zum Beispiel kühlende Auflagen oder auch Sitzbäder mit Gerbstoffen oder Leinsamen.
Hämorrhoiden: Ursache
Vergrößerte Hämorrhoiden entstehen, wenn am Ausgang des Enddarms, im sogenannten Analkanal, zu viel Druck herrscht. Dadurch können sich die Arterien der Schwellkörper erweitern und dadurch vergrößerte Hämorrhoiden entstehen. Für einen erhöhten Druck gibt es verschiedene Faktoren, die diesen begünstigen können:
- Häufiger Durchfall
- Häufige Verstopfung
- Zu wenig Bewegung verlangsamt die Darmaktivität und fördert dadurch Verstopfungen.
- Schwaches Bindegewebe
- Das Tragen schwerer Lasten kann den Druck auf den Bauchraum erhöhen.
- Schwangerschaft
Hämorrhoiden: Schwangerschaft
Hämorrhoiden können in der Schwangerschaft vorübergehend auftreten, da durch die Hormonumstellung das Bindegewebe geschwächt werden kann. Außerdem drückt das Baby auf den Darm und den Bauch, sodass sich im Bauchraum der Druck erhöht. Im Durchschnitt ist jede zweite Schwangere davon betroffen – meistens handelt es sich jedoch um sehr milde Verläufe mit dem 1. oder 2. Schweregrad. Bitte halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt, welche Mittel in der Schwangerschaft geeignet sind.
Tipps, die du als Schwangere auf jeden Fall beachten kannst, sind:
- Viel zu trinken
- Viel Bewegung
- Ballaststoffreiches Essen
- Langes Sitzen und starkes Pressen vermeiden
- Nach dem Stuhlgang die Anal-Region mit Wasser zu reinigen.
Meistens verschwinden die Hämorrhoiden innerhalb von 2 Monaten nach der Schwangerschaft wieder von selbst. Falls Siw danach noch Beschwerden haben sollten, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Hämorrhoiden entfernen – Welche Methoden gibt es?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Hämorrhoiden zu entfernen, die vor allem vom Schweregrad der Erkrankung abhängen. Hämorrhoiden können verödet, vereist oder abgeschnürt werden. Natürlich können Hämorrhoiden auch operiert werden, wofür es mittlerweile viele moderne Verfahren gibt.
Hämorrhoiden veröden, vereisen oder abschnüren
Hämorrhoiden veröden
Beim Veröden von vergrößerten Hämorrhoiden wird eine verödende Substanz in den betroffenen Bereich gespritzt, die den Blutfluss blockiert. Dadurch verkleinert sich das Gewebe und wird fest. Der Eingriff ist meist schmerzfrei und wird vor allem bei den ersten beiden Schweregraden angewandt. Für eine vollständige Verödung sind oft mehrere Sitzungen notwendig.
Hämorrhoiden vereisen
Hämorrhoiden lassen sich durch Infrarotlicht, Lachgas oder flüssigen Stickstoff vereisen. Bei diesen Möglichkeiten sind die Chancen auf Erfolg jedoch geringer als bei anderen Methoden.
Hämorrhoiden abschnüren
Es gibt verschiedene Verfahren, um Hämorrhoiden abzuschnüren. Mit der Gummiband-Ligatur werden einzelne Hämorrhoiden mit Gummibändern abgebunden, wodurch die Hämorrhoiden nicht mehr mit Blut versorgt werden und so nach 1-2 Wochen abfallen. Der Prozess des Abschnürens erfolgt meist schmerzfrei, da eine lokale Betäubung gesetzt wird. Meistens wird die Methode des Abschnürens beim 2. Schweregrad verwendet, kommt jedoch auch beim 1. oder 3. Schweregrad teilweise zum Einsatz.
Hämorrhoiden operieren
Hämorrhoiden werden häufig in den beiden letzten Schweregraden operiert, wenn andere Methoden nicht zum erhofften Ziel führen. Für die Hämorrhoidektomie kann bei den klassischen OP-Methoden Messer, Laser oder Skalpell zum Einsatz kommen. Je nach Verfahren wird die Operationswunde gar nicht, teilweise oder vollständig vernäht.
Zudem gibt es natürlich noch andere Methoden, die als etwas schonender gelten. Dazu zählt die Stapler-Operation nach Longo. Hierbei wird nur die Schleimhaut oberhalb der Hämorrhoiden entfernt, was mit einem Schneid-Klammer-Gerät, dem Stapler, durchgeführt wird. Durch die Entfernung der Schleimhaut, werden auch die Gefäße, die die Hämorrhoiden versorgen, durchtrennt, wodurch diese mit der Zeit schrumpfen. Diese OP-Methode gilt als relativ schmerzarm und kann häufig ambulant erfolgen.
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